9Live: Auswahl von Zuschauern strikt im Rahmen der bekannten und offiziell genehmigten Richtlinien

Hot Button von 9Live erläutert: Der Zufallsmechanismus besteht aus 3 verschiedenen Komponenten 9Live stellt sicher, dass jederzeit im Laufe der Sendung die Gewinnchance technisch garantiert ist Komponenten des Zufallsmechanismus Hot Button der BLM

Unterföhring, 24. Mai 2007 Die Auswahl von Zuschauern beim Quizsender 9Live erfolgt strikt im Rahmen der den Aufsichtbehörden seit Jahren bekannten und von ihnen offiziell genehmigten Richtlinien.

Das hat 9Live, ein Unternehmen der ProSiebenSat.1 Media AG in einem Schreiben an die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) von Mittwoch klargestellt. 9Live stellte erneut die Konstruktion des Zufallsmechanismus Hot Button dar, der aus drei verschiedenen Komponenten besteht:

1. Ein von next ID, dem technischen Dienstleister von 9Live, bereitgestellter Mechanismus stellt sicher, dass aus der Zahl der eingehenden Anrufe nach Aktivierung des Hot Button ein Anrufer willkürlich herausgefiltert wird, der ohne Umwege über ein Callcenter direkt in die Sendung gestellt wird.

2. Die Aktivierung des Zufallsmechanismus Hot Button wird - wie der BLM bekannt - vom verantwortlichen Redakteur vorgenommen, der dabei den strengen der BLM vorliegenden Richtlinien aus dem Jahre 2003 unterliegt.

3. Daneben stellt eine von next ID bereitgestellte technische Applikation sicher, dass mittels eines Zufallsmechanismus bei der Auswahl des in die Sendung zu stellenden Anrufers auch immer wieder solche Anrufer berücksichtigt werden, die vor dem Zuschlag angerufen haben.

9Live garantiert auf diese Weise, technisch unterlegt, dass zu jeder Zeit in jeder Sendung, in der mittels des Hot Button gespielt wird, für jeden anrufenden Zuschauer eine Gewinnchance besteht. Dieses System ist einzigartig im deutschen Call-TV Markt.


In seinem Schreiben an die Bayerische Landeszentrale für neue Medien hat 9Live darauf verwiesen, dass die in den Medien diskutierte Tatsache, dass der jeweils verantwortliche Redakteur den Hot Button aktiviert, keine Neuigkeit und nicht nur der BLM sondern auch der Staatsanwaltschaft München seit Jahren bekannt sei. Das System Zufallsmechanismus sei zudem in den Mitmachregeln erläutert.

Auf die Anfrage der BLM zu der Aussage einer Moderatorin mit Blick auf den Auswahlmechanismus erklärte 9Live in der Stellungnahme:

Die Aktivierung des Zufallsmechanismus Hot Button erfolgt - im Rahmen der der BLM bekannten Richtlinien aufgrund einer autonomen Entscheidung des Redakteurs.

Und weiter:

Welcher Anrufer in die Sendung gestellt wird, entscheidet sich mittels eines von unserem externen Telefondienstleister next ID bereitgestellten technischen Zufallsmechanismus. Dieser Ablauf unterliegt strengen und der BLM vorliegenden Maßgaben, die unter anderem im Hinblick auf den Zeitpunkt der Aktivierung des Hot Button eine immer wieder spontane Entscheidung über den Zuschlag vorschreibt.

Die Tatsache, dass eine der Komponenten des Zufallsmechanismus Hot Button die Aktivierung durch den Redakteur ist, ist also keineswegs neu, sondern geschieht von Anfang an im Einvernehmen mit der BLM.

Über den Ablauf des Hot Button informiert 9Live zudem seine Zuschauer über Teletext und Internet seit jeher in seinen Mitmachregeln:

Im 'Hot-Button-Modus' wird zu einem beliebigen Zeitpunkt, entweder innerhalb eines vorgegebenen Zeitfensters oder ohne zeitliche Begrenzung (sog. offener Hot Button), nach Aktivierung eines technischen Auswahlmechanismus ein Anrufer ausgewählt, der gerade in diesem Moment anruft."

Weitere Komponente des Auswahlmechanismus ist eine in Zusammenarbeit mit dem technischen Dienstleister next ID speziell für 9Live entwickelte und bereitgestellte Applikation. Diese stellt sicher, dass unabhängig vom Zuschlag des Hot Button einzelne bereits vor dem Zuschlag eingehende Anrufe und SMS bei der Auswahl berücksichtigt werden: Das System speichert die entsprechenden Anrufe und SMS und nimmt zum Zeitpunkt der Aktivierung des Hot Button eine zufallsbasierte Auswahl vor.


In der Stellungnahme an die BLM heißt es zu der genannten technischen Applikation:

Diese Applikation wird, wie der BLM auch bekannt ist, erfolgreich praktiziert und fügt sich ein in das System von Maßnahmen, die jede für sich garantieren, dass bei allen von 9Live veranstalteten Call-In Gewinnspielen für alle Anrufer jederzeit die Möglichkeit besteht, zu gewinnen. 9Live hat dieses in Deutschland einzigartige System in all seinen Sendungen etabliert und ist deshalb auch im Hinblick auf die Verantwortung gegenüber seinen Zuschauern Marktführer im Bereich des Mitmachfernsehens. Darüber hinaus haben wir bereits im Rahmen unseres den Landesmedienanstalten am 19. März 2007 vorgelegten Maßnahmenkataloges gefordert, dass alle Anbieter von Call-In Sendungen sicherzustellen haben, dass ein entsprechender Mechanismus etabliert wird.

Das Auswahlsystem Hot Button stellt damit zweifellos in seiner Gesamtheit einen echten Zufallsmechanismus dar.

Im Übrigen hat der Sender darauf hingewiesen, dass die internen Richtlinien von der Staatsanwaltschaft München I bereits im Rahmen des 2003 geführten Ermittlungsverfahrens zur Kenntnis genommen worden sind. Die Abläufe wurden damals u.a. von einem technischen Sachverständigen umfassend untersucht und für unbedenklich erklärt:

Insgesamt hat sich aufgrund der intensiven Ermittlungen ergeben, dass die Geschäftstätigkeit des Senders 9Live in strafrechtlicher Hinsicht nicht zu beanstanden ist.

- so die Staatsanwaltschaft München I in der damaligen Einstellungsverfügung.

Konkret erklärte der Sender zu der Anfrage der Landesmedienanstalt mit Blick auf die Äußerung einer Moderatorin:

Soweit aufgrund der Bemerkung unserer Moderatorin Alida Lauenstein der Eindruck entstanden ist, der Zuschlag des Hot-Button sei - in unfairer Weise (Peaks) - beeinflusst worden, entspricht dies nicht den tatsächlichen Gegebenheiten. Das wird schon dadurch deutlich, dass unmittelbar nach der kritisierten Äußerung der Moderatorin - den Hot Button nicht zuschlagen zu lassen - eine Anruferin namens Daniela in die Sendung gestellt wurde, welche die ausgelobte Summe von EUR 800,- EUR gewonnen hat.

Es sei damit ganz offensichtlich, dass es allein der Redakteur ist, der eigenverantwortlich und nach strengen Maßstäben die Entscheidung über die Aktivierung des Zufallsmechanismus Hot Button trifft:


Richtigerweise ist er angewiesen, sich dabei von niemandem - sei es auch eine Moderatorin - beeinflussen zu lassen.

Und richtigerweise habe der Redakteur auch im vorliegenden Fall entsprechend gehandelt. Darüber hinaus sei selbstverständlich auch im Rahmen der verfahrensgegenständlichen Sendung garantiert gewesen, dass unabhängig vom Zuschlag des Redakteurs auch für vorhergehende Anrufer die oben näher erläuterte - Möglichkeit bestand, ausgewählt und ins Studio gestellt zu werden.

Die vereinzelt in diesem Kontext erhobenen Vorwürfe seien auch deshalb unberechtigt, weil fälschlicherweise und mit Absicht unterstellt werde, der Sender wolle die ausgelobten Gewinnsummen zurückhalten. Richtig ist, dass in den angesprochenen Beiträgen freilich unerwähnt - die entsprechenden Geldbeträge jeden Tag garantiert gewonnen und innerhalb weniger Tage an die Gewinner ausgezahlt werden.

Nicht unerwähnt bleiben soll deshalb, dass allein der Hot Button am Tag durchschnittlich 350 mal zuschlägt, also im Schnitt alle zwei Minuten. Entsprechend viele Zuschauer haben die Chance, in der Sendung die richtige Antwort auf die Rätselfrage zu geben und einen der zahlreichen Gewinne bei 9Live zu erhalten. Gerade dass der Zufall die Auswahl bestimmt bzw. der Zuschlag im Hot Button-Modus für niemanden vorhersehbar ist, macht es spannend für den Zuschauer, so die Stellungnahme.

Abschließend heißt es: Wie schon im Rahmen der Zusammenkunft mit den Landesmedienanstalten am 3. Mai deutlich gemacht worden ist, wünscht 9Live darüber hinaus eine schnelle staatsvertragliche Regelung als durchgreifende juristische Grundlage, um das innovative und erfolgreiche Geschäftsmodell im Sinne aller Wettbewerber und vor allem der Kunden weiter voranzubringen.